Prolog

Die Stadt liegt da, eingehüllt in ein kräftiges Orange. Das Licht der Straßenlaternen reflektiert sich in den vielen Regentropfen, die langsam zum Erdboden gleiten, dann den Rinnstein entlanglaufen und im Abfluss verschwinden. Jeder Tropfen nimmt ein wenig Licht mit in die Welt unter den Straßen. Die Scheinwerfer vom Rathausturm lassen den Himmel erstrahlen und verdrängen das Licht des Mondes. Gelbe Blätter säumen den Weg, hängen noch einen Augenblick an den Ästen der Bäume. Ich laufe durch diese orangene Welt. Ich falle nicht auf, in Schwarz, bleibe unbemerkt. In meiner rechten Hand trage ich eine Flasche Bier zu Grabe. Es soll die letzte sein, die ich trinke. Der Inhalt wird nur sehr langsam weniger. Ich bin vorsichtig mit den letzten Schlücken, sehe dabei alles, was scheinbar verloren gehen wird. Ängstlich trinke ich weiter. Unten am Meer starre ich auf U-Boote, die sich heute noch zeigen, bevor sie in der Tiefe verschwinden und irgendwo wieder auftauchen, um Verderben zu bringen. Die Beine baumeln über dem Meeresspiegel und werfen Schatten auf die Wellen. Ich dreh mir eine Kippe, rauche sie, nehme den letzten Schluck und werfe die Flasche brieflos in das Meer. Aus den Kopfhörern auf meinen Kopf kommt Musik von Daft Punk und ich frage mich, ob sie nicht vielleicht die größten Philosophen der Neuzeit sind. Ohne Bier gehe ich nach Hause, setz mich auf den Balkon und öffne eine neue Flasche Bier.

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